Im Gleichklang des Schweigens

Unterschiedliche Kulturen und Sprachen webten sich ein in die Geschichte der Ukraine – die einzelnen Fäden zu entwirren, hat sich Ira Peter als Stadtschreiberin in Odesa zur Aufgabe gemacht. Besonders das Erbe der Juden und Deutschen, das allgegenwärtig und doch oft verborgen diesem Land inne ist, berührt sie. Beide Gruppen prägten die Region über Jahrhunderte hinweg, beide erlitten während des Zweiten Weltkrieges und in der Sowjetzeit unfassbares Leid – in Bezug auf den Holocaust an Jüdinnen und Juden jegliche Vorstellungskraft sprengend.

»Die Reise nach Odesa hat mich erschüttert«, sagt Noam Partom. »Wir verließen Tschernivzi und fuhren vorbei an Chmelnyzkyj, Winnyzja – alles Namen, die ich seit der Grundschule kenne, weil dort Massaker an Juden verübt worden sind. Plötzlich zu begreifen, dass ein Großteil meines Volkes genau hier gestorben ist, machte mich sehr betroffen.« Wenn sie mit ihren Händen das Gesagte unterstreicht, klimpert der Schmuck an ihren Handgelenken. Er gibt ihr zusammen mit den vielen Halsketten, großen Ohrringen und dem leuchtend gelben Jackett ein für Odesa ungewöhnliches Aussehen. Partom ist augenscheinlich nicht von hier und fügt sich gleichzeitig gut ein in die bunte Einrichtung des »Gogol Mogol«, meines Lieblingsrestaurants im historischen Zentrum der Stadt am Schwarzen Meer.

Den vollen Beitrag über Autorin Noam Partom, die Russlanddeutsche Barbara Oster und Roman Schwarzman, der sich als Ghettoüberlebender gegen das Vergessen des Holocausts in der Ukraine engagiert, finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Magazins Kulturkorrespondenz östliches Europa.

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